Die Schweizergarde auf einen Blick
Die Päpstliche Schweizergarde ist die Leibgarde des Papstes und die Armee der Vatikanstadt. Papst Julius II. holte 1506 die ersten Schweizer Soldaten nach Rom, zu einer Zeit, als Schweizer Söldner als beste Fußtruppen Europas galten. Sie gilt oft als älteste noch aktive stehende Armee der Welt.
Die Gardisten schützen den Papst und seine Residenz, bewachen die Zugänge zur Vatikanstadt und tun Dienst bei päpstlichen Zeremonien. Die bunten Uniformen sind für den Ehrendienst. Im Hintergrund sind sie für moderne Sicherheitsaufgaben ausgebildet.

Der Sacco di Roma und die Vereidigung am 6. Mai
Der entscheidende Moment in der Geschichte der Garde war der 6. Mai 1527, als Truppen Kaiser Karls V. Rom stürmten. Die meisten Schweizergardisten fielen bei der Verteidigung des Papstes auf den Stufen von St. Peter, während eine kleine Gruppe Clemens VII. über den Passetto di Borgo in die sichere Engelsburg brachte.
In Erinnerung an diesen Tag legen neue Rekruten jedes Jahr am 6. Mai ihren Eid ab. Jeder hebt drei Finger der rechten Hand, als Zeichen der Dreifaltigkeit, und schwört, den Papst und seine Nachfolger zu schützen, wenn nötig mit seinem Leben. 2026 fand die Zeremonie in der Audienzhalle Paul VI. statt. Sie ist nicht öffentlich, aber an diesem Tag siehst du die Gardisten oft in voller Paradeuniform rund um den Vatikan.
Wer kann Schweizergardist werden?
Die Voraussetzungen haben sich seit Jahrzehnten kaum verändert.
Schweizer und katholisch
Rekruten müssen Schweizer Staatsbürger und praktizierende katholische Männer sein.
Alter und Größe
In der Regel zwischen 19 und 30 Jahre alt und mindestens 174 cm groß.
Militärausbildung
Bewerber müssen die Rekrutenschule der Schweizer Armee abgeschlossen haben.
Dienstzeit
Die Mindestverpflichtung beträgt rund zwei Jahre. Die meisten kehren danach in die Schweiz zurück, manche bleiben länger.
Vatikan-Führungen
Erlebe den Vatikan, den die Schweizergarde schützt: Führungen durch den Petersdom und die Vatikanischen Museen, mit aktuellen Preisen und Verfügbarkeit.
Die Uniform: nicht von Michelangelo
Eine beliebte Geschichte besagt, Michelangelo habe die gestreifte Uniform entworfen. Das stimmt nicht. Die heutige Galauniform entwarf Anfang des 20. Jahrhunderts der Kommandant der Garde, Jules Repond, inspiriert von Renaissance-Fresken, unter anderem von Raffael. Die Streifen in Blau, Rot und Gelb werden meist mit den Familienfarben der Päpste aus den Häusern della Rovere und Medici verbunden.
Dazu gehören das schwarze Barett für den Alltagsdienst, ein Morion-Helm mit Federbusch für Zeremonien und die Hellebarde, eine mittelalterliche Stangenwaffe, die die Gardisten noch heute an ihren Posten tragen. Für den täglichen Sicherheitsdienst tragen sie eine schlichte blaue Uniform.
Wo du die Schweizergarde siehst
Ein Ticket brauchst du nicht. Diese Posten liegen am nächsten an den Besucherwegen.
Glockenbogen
Links neben dem Petersdom ist der Arco delle Campane einer der meistfotografierten Posten der Garde.
Bronzetor
Unter der rechten Kolonnade, der Haupteingang zum Apostolischen Palast. Hier werden die Tickets für die Papstaudienz ausgegeben.
Papstaudienz →Annator
Die Porta Sant'Anna an der Via di Porta Angelica ist der alltägliche Eingang für Bewohner und Angestellte des Vatikans.
Päpstliche Zeremonien
Bei Papstmessen und Audienzen stehen Gardisten in voller Uniform an den Stufen und auf dem Platz.
Papstmessen →Schweizergarde: häufige Fragen
Warum hat der Vatikan eine Schweizergarde?
Weil Papst Julius II. 1506 Schweizer Söldner anwarb, die damals als beste Soldaten Europas galten. Die Tradition besteht bis heute.
Hat Michelangelo die Uniform der Schweizergarde entworfen?
Nein. Die heutige Uniform entwarf Anfang des 20. Jahrhunderts Kommandant Jules Repond, inspiriert von Renaissance-Kunst.
Darf man die Schweizergardisten fotografieren?
Ja, mit respektvollem Abstand. Sie sind im Dienst, also versperr ihren Posten nicht und bitte sie nicht um ein Posing.
Wie viele Schweizergardisten gibt es?
Rund 135. Auf diese Größe wurde die Garde 2018 aufgestockt.